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Deutscher Lehrerpreis 2015:

Dr. Wolfram Frietsch und Team aus Gaggenau erhalten

Sonderpreis des Cornelsen Verlags für besonders innovatives Unterrichtsprojekt

„Willkommen Heimat 2.0“

 Insgesamt 13 Lehrkräfte und sechs Pädagogen-Teams aus sieben Bundesländern geehrt /

Über 3.800 Schüler/innen und Lehrkräfte beteiligten sich an der siebten Auflage des Wettbewerbs www.lehrerpreis.de

  • Im Rahmen der festlichen Preisverleihung zum bundesweiten Wettbewerb „Deutscher Lehrerpreis – Unterricht innovativ 2015“ wurde heute das siebenköpfige Pädagogen-Team (Anne Dieringer, Sebastian Haak, Katharina Heiderich, Philipp Henzler, Sascha Löschner, Manfred Schönthaler) von der Carl-Benz-Schule Gaggenau/Baden-Württemberg unter Leitung von Dr. Wolfram Frietsch für ihr Projekt „Willkommen Heimat 2.0“ mit dem „Deutschen Lehrerpreis“ geehrt. Sie erhielten den von Cornelsen gestifteten Sonderpreis in der Wettbewerbskategorie „Lehrer: Unterricht innovativ“ Das Projekt nahm die Situation der Schüler/innen auf, alles jugendliche Flüchtlinge und Spätaussiedler, die ihre Heimat verlassen mussten, um in Deutschland eine neue zu finden. Während diese im Projektunterricht Vorstellungen von Heimat reflektierten, modulierten sie im Werkstatt-Unterricht aus Metall den Begriff „Willkommen“, in ihrer eigenen Sprache und den Sprachen der anderen Schüler/innen. Im Fach Kunst gestalteten sie einen Torbogen, der den Übergang zwischen „neuer“ und „alter“ Heimat symbolisierte.
  • Im Sportunterricht wurden Spiele aus den verschiedenen Heimatländern vorgestellt und gemeinsam gespielt. Ziel des Werkstattunterrichts war es, im Verbund mit Deutsch, Gemeinschaftskunde und Ethik das gemeinsam in verschiedenen Sprachen gestaltete „Willkommen“ im Eingangsbereich der Schule anzubringen, damit jeder, der die Schule betritt, Teil der multilingualen und globalen Willkommenskultur“ der Schule wird. „Guter Unterricht ist, wenn Schüler/innen unter Anleitung von Lehrerinnen und Lehrern durch eigene Handlungen Erfahrung und Wissen miteinander kombinieren können. Guter Unterricht entwickelt die Fähigkeit, Antworten auf eigene Fragen zu finden. Guter Unterricht knüpft an die Lebenswelt der Schüler/innen an, holt die Einzelnen dort ab, wo sie gerade in ihrer Entwicklung stehen, ermöglicht ihnen, die nächsten Entwicklungsschritte zu gehen, ist geprägt von gegenseitiger Wertschätzung und befördert ein gemeinsames Lernen aller Beteiligten. Guter Unterricht ist ein Moment der Zufriedenheit.“ (Team VABO)
  •  „Der Einsatz für eine Willkommenskultur an der Carl-Benz-Schule hat besondere Anerkennung verdient“, begründet Wolf-Rüdiger Feldmann die diesjährige Entscheidung für den Cornelsen Sonderpreis.“
  • Die Ehrung erfolgte durch den Generalsekretär der Kultusministerkonferenz, Udo Michallik, in Vertretung der Präsidentin der Kultusministerkonferenz Brunhild Kurth, Sächsische Staatsministerin für Kultus. Andreas Stoch, Minister für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg, würdigte das Engagement der ausgezeichneten Lehrkräfte: „Die Auszeichnungen bestätigen das hohe pädagogische Engagement der Lehrerinnen und Lehrer in unserem Land. Den Preisträgerinnen und Preisträgern möchte ich meine große Wertschätzung und meinen Dank ausdrücken: Ich habe großen Respekt vor ihren menschlichen und fachlichen Qualitäten und ihrer Innovationsfreude. Mit der Bildung unserer Kinder und Jugendlichen erfüllen sie jeden Tag eine der wichtigsten Aufgaben für unser Land.“ Quelle: http://www.lehrerpreis.de/?id=23




VHS und Philosophie: eine Geworfenheit

  • Am Samstag, dem 18. September 2010, wurden die neuen Räume der Volkshochschule in Baden-Baden festlich eröffnet. Der Nachmittag stand unter dem Motto: „Wir präsentieren und packen unser Wissen für Sie aus!“ Mir fiel dabei der philosophische Part zu: „Tiefernste Gespräche an einem heiteren Nachmittag. Gott und die Welt, die Menschen und das Glück ...“ Gut zu wissen, dass ich einen freundlichen und kompetenten Gesprächspartner an meiner Seite hatte (vielen Dank an dieser Stelle dafür!), so dass wir durch die Untiefen des Philosophendschungels gemeinsam eine kleine Schneiße schlagen konnten.
  • Der Bogen war weit gespannt, aber im Grunde ging es doch (wie immer) allein um den Menschen, um sein Dasein, seine Schutzlosigkeit, seine Geworfenheit (Heidegger). Das Bild des Menschen, seine Existenz hat sich verändert. Er steht isoliert in einer Welt und fühlt sich nicht mehr in eine „göttliche“ Ordnung integriert. Eine Folge davon: Der Himmel erscheint nur noch blau oder bewölkt oder grau und nicht mehr als ein Himmel im Sinne eines Ortes der sehnsüchtigen und gewissen Geborgenheit.
  • Ontologische Differenz lautet das Zauberwort, das die Trennung zwischen Sein und Seiendem thematisiert.
  • Das Ich ist plötzlich aufgetaucht und steht der Welt gegenüber. Verwundert reiben wir uns die Augen und sehen ... was? Ja, was sehen wir? Andere? Uns selbst? Was tauschen wir ein, wenn wir Ich sagen? Was gewinnen, was verlieren wir?
  • Ein Riss geht durch die Welt. Uns wird bewusst: Wir leben in einem nach-metaphysischen Zeitalter. Die Frage, ob das gut oder schlecht sei, stellt sich nicht. Es ist einfach so, auch wenn wir es gerne anders hätten. Müssen wir uns damit abfinden? Was können wir daran ändern? Wissen Philosophen darauf eine Antwort?
  • Philosophische Werke können wir dabei als Lösungsstrategie oder Antwortentwurf oder Bewusstwerdungsversuch lesen. Sie thematisieren jene Geworfenheit und entwickeln Problembewusstsein. Aber bieten sie auch eine Lösung oder einen Ausweg? Zumindest geben sie eine (ehrliche) Hilfestellung. Alles weitere liegt an uns.